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Hamburg-Borgfelde
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Borgfelde ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. Er ist mit nur 0,8 Quadratkilometern einer der kleinsten Stadtteile Hamburgs.
Contents
⢠Geografie
⢠Namensherkunft
⢠Geschichte
⢠Statistik
⢠Verkehr
⢠Bildung
⢠Sport
⢠Religionen
⢠Theater
⢠Bauwerke
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geografie
Borgfelde liegt zwischen St. Georg im Westen und Hamm im Osten. NĂśrdlich der Eisenbahntrasse in Richtung LĂźbeck liegt Hohenfelde, sĂźdlich des Mittelkanals der Stadtteil Hammerbrook. Bis zum Hamburger Rathaus sind es nur etwa zwei Kilometer Luftlinie. Die in West-Ost-Richtung verlaufende Borgfelder StraĂe, ursprĂźnglich Teil der FernstraĂe nach Berlin, teilt den Stadtteil in das auf dem Geesthang gelegene Oben Borgfelde und das tieferliegende Unten Borgfelde. Eine mehr als 500 Meter lange StĂźtzmauer aus Basalt sichert den Hang. Mehrere Treppenaufgänge, von denen noch einige erhalten sind, verbanden die StraĂe mit dem hĂśher gelegenen Wohnviertel.
Namensherkunft
FĂźr den Namen Borgfelde gibt es mehrere Deutungen. Naheliegend ist die Ableitung von Burgfeld, denn das Gelände wurde im Mittelalter von den Bewohnern der Hammaburg als landwirtschaftliche Fläche genutzt.cite-ref-1[1] Eine andere Interpretation leitet den Namen von dem niederdeutschen Wort fĂźr Schwein (âbargâ oder âborgâ) ab, althochdeutsch âparchâ oder âparuchâ.cite-ref-2[2] Danach wäre das Borgfeld ein Freigelände fĂźr Schweine gewesen, das von der nĂśrdlich gelegenen Schafheide (im Bereich der heutigen LĂźbecker StraĂe) und der nordĂśstlich gelegenen Pferdewiese (heute Hasselbrook) unterschieden wurde.cite-ref-3[3] Auf die ursprĂźnglich landwirtschaftliche Nutzung weist auch heute noch der StraĂenname BĂźrgerweide hin. Denkbar ist deshalb auch, das Borgfelde auf âBorgerâ zurĂźckgeht, niederdeutsch fĂźr BĂźrger.cite-ref-hab-21-4-0[4]
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Stadtteils wurde den Bewohnern Hamburgs 1256 von den Schauenburger Grafen Ăźberlassen und jahrhundertelang hauptsächlich als Viehweide genutzt. 1633 wurde am heutigen Gesundbrunnen eine Quelle entdeckt, der eine heilsame Wirkung zugeschrieben wurde und die jahrhundertelang als sehr rein galt.cite-ref-5[5] Im Zuge der StraĂenerweiterung wurde sie 1906 in ein Siel geleitet und der Gasthof Gesundbrunnen abgerissen.cite-ref-6[6] Seit dem 17. Jahrhundert war Borgfelde als Vorfeld (Glacis) in die erweiterte Stadtbefestigung einbezogen und blieb ungenutzt und von Bebauung weitgehend frei. Die Hamburgische Gesellschaft zur BefĂśrderung der KĂźnste und nĂźtzlichen Gewerbe empfahl deshalb in den 1760er-Jahren âzur Verbesserung der Gärtnerei (âŚ) die wĂźstern Ländereien auf dem Borgfelde (âŚ) zum Anbau auszuweisenâ.cite-ref-7[7] Es blieb aber bei der dĂźnnen Besiedlung mit einzelnen Wohn- und Gartenhäusern.
Der Zugang nach Hamburg-St. Georg fĂźhrte durch das Berliner Tor. Aus St. Georg wurde 1805 der städtische Galgen samt Abdeckerei nach Borgfelde verlegt.cite-ref-8[8] Er stand an der heutigen Ecke LĂźbecker StraĂe/AlfredstraĂecite-ref-9[9] und damit auĂerhalb der heutigen Grenzen Borgfeldes im jetzigen Stadtteil Hohenfelde. Im Winter 1813/14 während der franzĂśsischen Besatzung lieĂ Marschall Davout die Befestigungsanlagen verstärken und die wenigen Häuser niederreiĂen, um freies Schussfeld zu haben.
Nach Ende der Befreiungskriege wurde im bescheidenen Umfang gebaut, wohlhabende BĂźrger errichteten erste Häuser in Oben Borgfelde, gleichzeitig blieb die landwirtschaftliche Nutzung erhalten. Auf dem Hang standen bald âmehrere sehr geschmackvolle Villenâcite-ref-10[10] und (an der heutigen Ecke Klaus-Groth-StraĂe/AlfredstraĂe) zwischen 1822 und 1865 eine WindmĂźhle. Später ging das MĂźhlengrundstĂźck an die Neuapostolische Kirche, die dort bis heute eine Kirche unterhält. Der Ursprungsbau wurde im Bombenkrieg 1943 zerstĂśrt.cite-ref-hab-23-11-0[11] Später wurde dort von der Glaubensgemeinschaft ein moderner Nachkriegsbau errichtet.
Um 1855 zählte Oben Borgfelde bereits 116 Häuser, darunter âviele schĂśn gebaute Land- und Gartenhäuserâ, in Unten Borgfelde standen 41 Häuser.cite-ref-12[12] Aber erst nach Aufhebung der Torsperre setzte ab 1860 Ăśstlich des Tores eine umfassende städtische Besiedlung ein. 1867 beantragte der Hamburger Senat bei der BĂźrgerschaft die Zustimmung zur ErschlieĂung des ehemaligen Glacis-Geländes und zum Verkauf der entstehenden Bauplätze.cite-ref-13[13] Die Befestigungen wurden abgetragen, später der äuĂere Stadtgraben am Berliner Tor verbreitert und fĂźr die Eisenbahn und S-Bahn genutzt.
Nach der Erhebung zum Vorort 1871 begann zunächst die planmäĂige Bebauung des oberen Borgfeldes auf dem Geesthang zwischen Berliner Tor und BurgstraĂe. Die landwirtschaftliche Nutzung verlor gegenĂźber der Wohn- und Gewerbenutzung deutlich an Bedeutung. In den vier Jahren zwischen 1867 und 1871 wuchs die BevĂślkerung um Ăźber 42 Prozent, von 2.011 auf 2.859.cite-ref-14[14] In den folgenden Jahren beschleunigte sich dieses rasante Wachstum noch. Die âVereinsbrauerei der Hamburg-Altonaer Gastwirtheâ baute in der Klaus-Groth-StraĂe, die damals Mittelweg hieĂ, eine Brauerei, die bis 1914 bestand. Der auf die Klaus-Groth-StraĂe mĂźndende Malzweg erinnert heute noch daran. Der Eiskeller der Brauerei reichte tief in den Hang hinein und wurde erst 2011 abgerissen.cite-ref-15[15] Entlang der BĂźrgerweide, einem StraĂenzug im Norden Borgfeldes, erstellten gemeinnĂźtzige Stiftungen aufwendige Bauten, u. a. das von der Alida Schmidt-Stiftung errichtete âWohnhaus fĂźr hilfsbedĂźrftige, unbescholtene Witwen und Jungfrauen christlicher Konfessionâ, das Auguste-Jauch-Stift, ebenfalls mit Freiwohnungen fĂźr bedĂźrftige Witwen und einer SuppenkĂźche fĂźr âarme Kinderâcite-ref-16[16] sowie das 1884 eingeweihte Hiobs-Hospital.cite-ref-hab-21-4-1[4] 1894 wurde aus dem Vorort Borgfelde ein Hamburger Stadtteil. Das nĂśrdlich der Borgfelder StraĂe gelegene âOben Borgfeldeâ war eher bĂźrgerlich strukturiert mit repräsentativen Wohngebäuden mit Turm- und Erkerfassaden. Im sĂźdlichen âUnten Borgfeldeâ fanden vor allem Arbeiterfamilien und kleine Angestellte Unterkunft (ähnlich wie im benachbarten Hamm).
Zwischen 1906 und 1908 wurde die Borgfelder StraĂe ausgebaut und auf 20 Meter verbreitert. Die steile BĂśschung, die Oben Borgfelde vom unteren Teil trennt, wurde mit einer Basaltmauer abgefangen und im Stil der Zeit mit Beeten, kĂźnstlichen Grotten und einem Brunnen verziert. Zehn monumental gestaltete Treppenanlagen verbanden die beiden Teile des Viertels.cite-ref-17[17] Der oben am Hang verlaufende Gehweg heiĂt noch heute âOben Borgfeldeâ. Von der Borgfelder StraĂe geht die StraĂe Brekelbaums Park ab, benannt nach einem Architekten, die hier mehrere Gartenhäuser errichtet hatte. Dort wurde 1906 die Realschule Borgfelde erĂśffnet, später Hindenburg-Oberrealschule und ab 1938 Hindenburg-Oberschule. Die Schule war ein vierstĂśckiger Sandsteinbau, im obersten Stock lag die Aula mit Orgel, in der jeden Montag die Schulandacht stattfand.cite-ref-18[18] Das Gebäude wurde im Feuersturm 1943 zerstĂśrt. Bekanntester SchĂźler war Arno Schmidt, der die Schule von Ostern 1924 bis November 1928 besuchte.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 wurde Borgfelde â wie andere Ăśstliche gelegene Stadtteile â zu groĂen Teilen durch die Bomben der Operation Gomorrha zerstĂśrt.cite-ref-19[19] 95 % der Wohnungen und auch die evangelisch-lutherische ErlĂśserkirche, die neuapostolische Kirche sowie das Krankenhaus Bethesda wurden zerstĂśrt.cite-ref-hab-23-11-1[11] Die Einwohnerzahl fiel auf ein Achtel der VorkriegsbevĂślkerung. Beim Wiederaufbau in den 1950er-Jahren wurden die StraĂenverläufe im Wesentlichen beibehalten, anstelle der frĂźheren Blockrandbebauung entstand jedoch die typische Nachkriegs-Zeilenbauweise aus Rotklinkern.
Im Januar 1947 nahm in Borgfelde eine Mordserie ihren Anfang, die damals fĂźr groĂes Aufsehen sorgte und bis heute nicht aufgeklärt ist: Auf einem TrĂźmmergrundstĂźck in der BaustraĂe (heute HinrichsenstraĂe) wurde die Leiche einer erdrosselten jungen Frau gefunden. In den nächsten Wochen wurden in anderen Stadtteilen drei weitere Leichen entdeckt, die demselben Täter zugerechnet werden. Trotz intensiver Fahndung wurde der sogenannte TrĂźmmermĂśrder nie gefasst.cite-ref-20[20]
Statistik
(Quelle: cite-ref-21[21])
⢠Anteil der unter 18-Jährigen: 13,6 % [Hamburger Durchschnitt: 16,8 % (2023)]
⢠Anteil der Haushalte mit Kindern: 10,5 % [Hamburger Durchschnitt: 17,8 % (2023)]
⢠Anteil der ßber 64-Jährigen: 10,5 % [Hamburger Durchschnitt: 17,8 % (2023)]
⢠Ausländeranteil: 39,7 % [Hamburger Durchschnitt: 20,7 % (2023)]
⢠Anteil von Leistungsempfängern nach SGB II: 16,6 % [Hamburger Durchschnitt: 10,0 % (2023)]
⢠Arbeitslosenquote: 7,7 % [Hamburger Durchschnitt: 6,2 % (2023)]
Borgfelde zählt zu den einkommensschwächeren Hamburger Stadtteilen. Die durchschnittlichen jährlichen Einkßnfte pro Steuerpflichtigen betrugen hier im Jahre 2020 etwa 31.736 Euro und sind deutlich geringer als der Hamburger Durchschnitt (48.035 Euro).
Einwohnerentwicklung seit 1827
⢠ca. 1827: 284cite-ref-22[22]
⢠1831: 360cite-ref-hab-23-11-2[11]
⢠ca. 1855: 1.426cite-ref-23[23]
⢠1866: 1.998cite-ref-24[24]
⢠1867: 2.011cite-ref-25[25]
⢠1868: 2.262cite-ref-26[26]
⢠1869: 2.691cite-ref-27[27]
⢠1870: 2.756cite-ref-28[28]
⢠1871: 2.859cite-ref-29[29]
⢠1880: 6.858
⢠1905: 15.509
⢠1939: 24.993
⢠1950: ca. 3.000
⢠2002: 6.526
⢠2006: 7.099
⢠2011: 6.556
Politik und Verwaltung
Ergebnis der BĂźrgerschaftswahl 2025 in Borgfelde
Wahlbeteiligung 65,4 %
%
40
30
20
10
0
31,3
21,3
16,4
12,5
6,4
2,6
9,5
SPD
GrĂźne
Linke
CDU
AfD
FDP
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
%p
6
4
2
0
â2
â4
â6
â8
â2,9
â6,7
+4,5
+5,4
+0,8
â0,8
â0,3
SPD
GrĂźne
Linke
CDU
AfD
FDP
Sonst.
| Wahljahr | SPD | GrĂźne 1) | Linke 2) | CDU | AfD | FDP | Ăbrige |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 31,3 % | 21,3 % | 16,4 % | 12,5 % | 0 6,4 % | 0 2,6 % | 0 9,5 % |
| 2020 | 34,2 % | 28,0 % | 11,9 % | 0 7,1 % | 0 5,6 % | 0 3,4 % | 0 9,8 % |
| 2015 | 44,1 % | 14,3 % | 10,7 % | 12,0 % | 0 6,1 % | 0 5,8 % | 0 7,0 % |
| 2011 | 47,3 % | 14,1 % | 0 6,6 % | 17,4 % | â | 0 5,1 % | 0 9,5 % |
| 2008 | 38,4 % | 0 9,1 % | 0 7,5 % | 38,0 % | â | 0 3,0 % | 0 4,0 % |
| 2004 | 33,5 % | 14,1 % | â | 42,1 % | â | 0 2,3 % | 0 8,1 % |
| 2001 | 40,9 % | 0 8,7 % | 0 0,5 % | 23,3 % | â | 0 4,7 % | 21,9 % 3) |
| 1997 | 37,2 % | 13,4 % | 0 0,9 % | 30,0 % | â | 0 2,2 % | 16,3 % 4) |
| 1993 | 43,1 % | 12,3 % | â | 24,7 % | â | 0 3,1 % | 16,8 % 5) |
| 1991 | 48,0 % | 0 6,0 % | â | 37,3 % | â | 0 4,1 % | 0 4,7 % |
| 1987 | 46,4 % | 0 6,1 % | â | 41,7 % | â | 0 4,6 % | 0 1,2 % |
| 1986 | 42,9 % | 0 7,6 % | â | 44,1 % | â | 0 4,0 % | 0 1,4 % |
| Dez. 1982 | 51,8 % | 0 5,5 % | â | 40,1 % | â | 0 2,0 % | 0 0,6 % |
| Jun. 1982 | 44,2 % | 0 6,0 % | â | 43,7 % | â | 0 4,6 % | 0 1,5 % |
Bis 2011 als GrĂźne/GAL.
1997 und 2001 als
PDS
.
Darunter 17,8 % fĂźr die
Schill-Partei
.
Darunter 7,1 % fĂźr die
DVU
.
Darunter 5,6 % fĂźr
Die Republikaner
.
Fßr die Wahl zur Bßrgerschaft gehÜrt Borgfelde zum Wahlkreis Hamburg-Mitte. Fßr die Wahlen zur Bezirksversammlung zählt der Stadtteil zum Wahlkreis St. Georg, Hammerbrook, Borgfelde, Rothenburgsort. Bei Bundestagswahlen gehÜrt Borgfelde zum Bundestagswahlkreis Hamburg-Mitte.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die traditionelle Trennung zwischen âOben Borgfeldeâ und âUnten Borgfeldeâ besteht weiterhin. In den hĂśher gelegenen Bereichen dominiert die Wohnnutzung, einige Villen aus der Vorkriegszeit sind erhalten. Die Klaus-Groth-StraĂe bietet EinkaufsmĂśglichkeiten, die allerdings in den vergangenen Jahren weniger geworden sind. Im sĂźdlich gelegenen unteren Teil mischt sich Wohnbebauung mit Gewerbebauten, vor allem Handwerksbetrieben, BĂźros und Autohallen.cite-ref-hab-21-4-2[4] Borgfelde zählt zu den Hamburger Stadtteilen mit dem geringsten Anteil an Kindern und Jugendlichen. Nur 8,4 Prozent der Einwohner sind unter 18 Jahre alt, im Hamburger Durchschnitt sind es 15,6 Prozent (2011). Die Sozialstruktur in Borgfelde liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt. Das Einkommen je Steuerpflichtigen beläuft sich auf 26.217 Euro (2013), fĂźr ganz Hamburg sind es 39.054cite-ref-30[30]. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind Ausländer (21,6 Prozent) oder haben einen Migrationshintergrund (35,8 Prozent), Hamburger Durchschnitt: 13,6 bzw. 29,6 Prozent. Auffällig ist auch der hohe Anteil der Einpersonenhaushalte, der mit 67,4 Prozent deutlich Ăźber dem Hamburger Schnitt von 53,1 Prozent liegt. Bei den Hartz-IV-Beziehern liegt Borgfelde etwas besser als Hamburg insgesamt: 10,4 Prozent im Stadtteil, 11,0 in der ganzen Stadt.cite-ref-31[31] Borgfelde leidet unter einer schwindenden Infrastruktur. Es fehlt an niedergelassenen Ărzten, an Restaurants und Läden. Es gibt keine Grundschule, kein Kino und keine Apotheke (Stand 2011). Gleichzeitig profitiert der Stadtteil von seiner zentralen Lage. Die Immobilienpreise sind deshalb in den vergangenen Jahren auch hier stark gestiegen, Borgfelde gilt als âStandort mit Potenzialâcite-ref-32[32] oder sogar als âTrendviertelâ.cite-ref-33[33]
Im Sßden des Stadtteils waren bereits vor em Zweiten Weltkrieg neben Wohnungen auch viele industriell geprägte Betriebe und GewerbehÜfe angesiedelt. Heute ist der Wohnanteil dort stark zurßckgegangen.cite-ref-hab-23-11-3[11]
Verkehr
Wichtige StraĂen sind die BĂźrgerweide, Borgfelder StraĂe, AnckelmannstraĂe und die EiffestraĂe. An der Westgrenze von Borgfelde liegt der U- und S-Bahnhof Berliner Tor. AuĂerdem wird der Stadtteil durch die U2 (Niendorf Nord â MĂźmmelmannsberg) und die U4 (ElbbrĂźcken â Billstedt) durch den U-Bahnhof BurgstraĂe im angrenzenden Stadtteil Hamm und im Nordosten durch der S-Bahnhof Landwehr der S-Bahn Hamburg erschlossen. Zudem fahren zahlreiche Buslinien durch den Stadtteil.
Siehe auch
:
Liste der StraĂen, Plätze und BrĂźcken in Hamburg-Borgfelde
Bildung
Neben der Sankt-Ansgar-Schule, einem katholischen Gymnasium, gibt es in Borgfelde vor allem berufliche Schulen. Auf dem Gelände der im Zweiten Weltkrieg zerstĂśrten ehemaligen Realschule Brekelbaumspark befinden sich heute die Gewerbeschulen fĂźr Fertigungs- und Flugzeugtechnik bzw. fĂźr Ernährung und Hauswirtschaft. Die Reformschule BurgstraĂe, hier war Hannelore âLokiâ Schmidt SchĂźlerin, beherbergt heute die Berufliche Schule BurgstraĂe fĂźr Friseure, Kosmetiker, Maskenbildner und Gesundheitsberufe. An der Borgfelder StraĂe, kurz vor der Grenze zu St. Georg, liegt das Gustav-Radbruch-Haus, mit 503 Wohnplätzen das zweitgrĂśĂte Studentenwohnheim Hamburgs.cite-ref-hab-22-34-0[34] Im Berufsschulzentrum an der AnckelmannstraĂe ist seit 2020 die Berufliche Hochschule Hamburg untergebracht. Ein Neubau wird im benachbarten Brekelbaums Park entstehen.cite-ref-35[35]
Soziale Einrichtungen
In Oben-Borgfelde bestehen verschiedene soziale Einrichtungen, die zum Teil schon aus dem 18. Jahrhundert stammen. Im Alida-Schmidt-Stift wird Frauen in Not geholfen. Das St.-Gertrud-Stift, das ursprßnglich in der Innenstadt ansässig war, besteht bereits seit 1454 und bietet heute 33 Wohnungen fßr ältere alleinstehende Damen. Neben dem oben genannten Agnes-Neuhaus-Heim befindet sich das Mathias-Stift, das heute Wohnungen fßr HIV-positive Menschen beherbergt und von Hamburg-Leuchtfeuer unterhalten wird.
Sport
Der TuS Hamburg 1880 hat seit 1951 seinen Sitz am Gesundbrunnen in Borgfelde. Der Verein bezeichnet sich selbst als âältester FuĂballverein Hamburgsâ. Seine Wurzeln liegen in Rothenburgsort, entstand er doch 1947 als Fusion des Hamburg-Rothenburgsorter Turnvereins von 1880 (HRT), des Rothenburgsorter FuĂballklubs von 1908 (RFK) und des Sportclub Komet von 1908, der ursprĂźnglich aus Hammerbrook stammte. Der HRT erreichte 1926 das Endspiel um die FuĂball-Meisterschaft der Deutschen Turnerschaft, verlor jedoch mit 2:3 gegen den MTV FĂźrth. Besondere Bekanntheit erlangte der TuS Hamburg als Ausrichter eines groĂen internationalen HallenfuĂballturniers (derzeit Salzbrennercup) in Hamburg.
Religionen
Neben der evangelisch-lutherischen ErlĂśserkirche, die im äuĂersten Westen des Stadtteils steht und aufgrund ihrer exponierten Lage auf dem Geesthang weithin zu sehen ist, und der neuapostolischen Kirche in der Klaus-Groth-StraĂe ist die RĂśmisch-katholische Kirche lediglich mit einer kleinen Kapelle in der Sankt-Ansgar-Schule vertreten.
Der organisierte Katholizismus verfĂźgt aber ansonsten Ăźber viele Einrichtungen im Stadtteil. Mit der Sankt-Ansgar-Schule ist eines von drei katholischen Gymnasien in Hamburg hier ansässig. Das Agnes-Neuhaus-Heim des Sozialdienstes katholischer Frauen in der HinrichsenstraĂe betreut psychisch kranke Frauen und auch die Missione Cattolica Italiana ist im Stadtteil vertreten.
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der Kulturdenkmäler in Hamburg-Borgfelde
Theater
Seit dem 5. September 2004 gibt es mit dem Hamburger Sprechwerk in der Klaus-Groth-StraĂe 23 ein Theater, das der freien Hamburger Theaterszene einen Spielort bietet und fĂźr Ăźber 125 Zuschauer Plätze hat. Seit Juni 2006 befindet sich im ehemaligen Gemeindehaus der ErlĂśserkirche das Klabauter Theater, ein Theaterprojekt, in dem Menschen mit Behinderungen als professionelle Schauspieler arbeiten. Es gehĂśrt zur Individuellen Arbeitsbegleitung (IAB) des Rauhen Hauses und besteht seit 1998.
Bauwerke
Sehenswert ist das Haus des Allgemeinen Deutschen Bauarbeiterverbandes, 1910 erbaut, das heute der IG BAU als Verwaltungsstelle fĂźr Norddeutschland dient.
Die ErlÜserkirche von 1952, erbaut nach Plänen von Henry Schlote und Friedrich Richard Ostermeyer, ersetzt den Vorgängerbau, eine neoromanische Backsteinkirche von 1901, der dem Bombenkrieg zum Opfer fiel. An die Kriegsopfer beider Weltkriege erinnert das Mahnmal von Hans Kock an der Ostfassade der Kirche.
Das AOK-Gebäude im Stil des Backsteinexpressionismus steht weiter Ăśstlich an der BurgstraĂe. In der Denkmalschutzliste: Das 1883 bis 1884 nach Plänen der Architekten Manfred Semper und Karl Friedrich Phillip Krutisch entstandene Hiobs-Hospital und das Alida-Schmidt-Stift.
Siehe auch
Literatur
⢠Hermann Hinrichsen: Hamm + Borgfelde â Goldener Mittelstand in alter Zeit. Hans Christians Verlag, Hamburg 1979, ISBN 3-7672-0656-0.
Weblinks
Commons
: Hamburg-Borgfelde
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Borgfelde auf hamburg.de
Einzelnachweise
cite-note-11. â J. v. SchrĂśder, H. Biernatzke: Topographie (âŚ) des Gebiets der freien und Hanse-Städte Hamburg und LĂźbeck. Erster Band, Oldenburg (in Holstein) 1855, S. 279, verwenden Burgfelde als eigentlich Stadtteilnamen und nennen Borgfelde nur in Klammern
cite-note-22. â Hermann Hinrichsen: Hamm + Borgfelde â Goldener Mittelstand in alter Zeit. Hans Christians Verlag, Hamburg 1979, ISBN 3-7672-0656-0, S. 32.
cite-note-33. â Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 26.
cite-note-hab-21-44. â Hamburger Abendblatt. 21. Mai 2012.
cite-note-55. â Hamburg, wie es war und ist. Hamburg 1827, S. 210.
cite-note-66. â Hermann Hinrichsen: Hamm + Borgfelde â Goldener Mittelstand in alter Zeit. Hans Christians Verlag, Hamburg 1979, ISBN 3-7672-0656-0, S. 44 ff.
cite-note-77. â J.A. GĂźnther: Versuch einer Geschichte der Hamburgischen Gesellschaft zur BefĂśrderung der KĂźnste und nĂźtzlichen Gewerbe. Hamburg 1790, S. 70.
cite-note-88. â Hamburg topographisch, politisch und historisch beschrieben. Hamburg 1811, S. 9; W. L. Meeder: Geschichte der freien und Hanse-Stadt Hamburg. Zweiter Theil, Hamburg, 1839, S. 403.
cite-note-99. â Matthias Schmoock: Zwischen Bild und Image - Die Entwicklung der Hamburger Stadtteils Uhlenhorst. Hamburg 2002, ISBN 3-8258-5963-0, S. 143, Fn. 497, m.w.N.
cite-note-1010. â Hamburg, wie es war und ist. Hamburg 1827, S. 210.
cite-note-hab-23-1111. â âBorgfelde wie es frĂźher warâ, in: Hamburger Abendblatt vom 23. November 2013, abgerufen am 15. August 2021.
cite-note-1212. â J. v. SchrĂśder, H. Biernatzke: Topographie (âŚ) des Gebiets der freien und Hanse-Städte Hamburg und LĂźbeck. Erster Band, Oldenburg (in Holstein) 1855, S. 279.
cite-note-1313. â Verhandlungen zwischen Senat und BĂźrgerschaft im Jahre 1867. S. 94 f.: Mittheilung des Senats an die BĂźrgerschaft No. 26.
cite-note-1414. â Statistik des Hamburgischen Staats. Heft IV., S. 80, Hamburg 1873.
cite-note-1515. â Ronald Rossig: Eiskeller Borgfelde - Ein Baudenkmal soll verschwinden. In: www.unter-hamburg.de. unter hamburg e. V., 3. Januar 2013, abgerufen am 13. Januar 2013.
cite-note-1616. â Hermann Joachim: Handbuch der Wohlthätigkeit in Hamburg. 1901, S. 100.
cite-note-1717. â Hamburgischer Correspondent. 10. Mai 1908, zitiert nach Hinrichsen, Hamm + Borgfelde, S. 48 f.
cite-note-1818. â Joachim Kersten (Hrsg.): Arno Schmidt in Hamburg. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-40345-9, S. 71, 78.
cite-note-1919. â Stadtplan der ZerstĂśrungen 1945
cite-note-2020. â Hamburger Morgenpost. 16. Mai 2015.
cite-note-2121. â Hamburger Stadtteil-Profile: Berichtsjahr 2023
cite-note-2222. â Hamburg, wie es war und ist. Hamburg 1827, S. 210.
cite-note-2323. â J. v. SchrĂśder, H. Biernatzke: Topographie (âŚ) des Gebiets der freien und Hanse-Städte Hamburg und LĂźbeck. Erster Band, Oldenburg (in Holstein) 1855, S. 279.
cite-note-2424. â Volkszählung vom 3. Dezember 1866.
cite-note-2525. â Volkszählung vom 3. Dezember 1867.
cite-note-2626. â Volkszählung 1868.
cite-note-2727. â Volkszählung 1869.
cite-note-2828. â Volkszählung 1870.
cite-note-2929. â Volkszählung 1871.
cite-note-3030. â Statistikamt Nord, Lohn- und Einkommenssteuersatistik 2013, zitiert im Hamburger Abendblatt, 12. Oktober 2017
cite-note-3333. â Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 30. Dezember 2012.
cite-note-hab-22-3434. â Hamburger Abendblatt. 22. Oktober 2011.
cite-note-3535. â bhh.hamburg.de: Standort